Stephan Weber hat seine „Arbeitsvermittlung Arnsberg” der Arbeitsagentur direkt gegenüber eröffnet
Erster privater Vermittler für Dauerjobs in Arnsberg-Neheim. Was die Arbeitsagentur kann, kann ich auch, hat sich Stephan Weber gedacht. Besser sogar.
Deshalb hat er sich mit seiner Idee selbständig gemacht und vor wenigen Tagen die „Arbeitsvermittlung Arnsberg” gegründet.
Dipl.-Kaufmann Stephan Weber ist der erste private Arbeitsvermittler in Arnsberg, der Dauerarbeitsstellen vermittelt.
„Ich vermittele keine Zeitarbeit. Das ist mir wichtig”, sagt der 43-jährige Diplom-Kaufmann, der gebürtig aus Neheim stammt. Zeitarbeitsfirmen gibt es schon einige im heimischen Raum, aber Weber ist offenbar der erste private Vermittler, der sich ausschließlich um Dauerarbeitsstellen für seine Kunden bemüht. Jedenfalls weist die Übersicht der Arbeitsagentur im Internet nur ihn für Arnsberg aus. Die nächsten finden sich dann in Hamm, Soest, Bergkamen und Unna.
„Drei bis vier Monate habe ich gesucht”, verrät Weber. Dann hatte er das geeignete Geschäftslokal gefunden. Die ehemalige Dönerbude befindet sich direkt gegenüber der Arbeitsagentur in der Langen Wende. Am 1. Dezember hat er angefangen. „Das läuft noch nicht so”, gibt er zu, wundert sich aber auch: „Dafür, dass es das so lange schon gibt, ist es eigentlich noch recht wenig bekannt.”
Für Vermittlung zahlt die Agentur für Arbeit
Seit 1994 hat die Arbeitsagentur nicht mehr das Monopol für die Vermittlung von Arbeitskräften.
Seitdem kommen auch private Vermittler wie die „Arbeitsvermittlung Arnsberg” zum Zuge.
Bei Arbeitslosen, die länger als sechs Wochen ohne Beschäftigung sind und Arbeitslosengeld 1 beziehen, übernimmt die Arbeitsagentur die Kosten der Vermittlung.
Dafür lässt sich der Arbeitslose von der Arbeitsagentur einen Vermittlungsgutschein ausstellen.
Bezieher von Arbeitslosengeld 1 haben in der Regel einen Rechtsanspruch auf diesen Gutschein. Empfänger von Arbeitslosengeld 2 (Hartz IV) können beim Jobcenter der Stadt Arnsberg einen Gutschein beantragen, haben aber keinen Rechtsanspruch darauf.
Über den Gutschein rechnet der Vermittler im Erfolgsfall mit der Arbeitsagentur ab. Sowohl für den Arbeitslosen als auch für die Unternehmen ist der Vorgang kostenlos.
Er macht deshalb mit Informationsmaterial, das bei der Arbeitsagentur ausgelegt hat, auf seine Dienstleistungen aufmerksam. „Die betrachten mich da gar nicht als Konkurrenz”, ist er überzeugt. Im Gegenteil: Sie bezahlen ihn sogar für seine Tätigkeit. Sowohl für den Arbeitsuchenden als auch für die Firma, die ihn einstellt, ist der Service kostenlos. Möglich macht es der Vermittlungsgutschein. Dazu mehr in der Info-Box.
Aber was kann der private Arbeitsvermittler, was die Arbeitsagentur nicht kann? „Der Vorteil liegt in der genauen Vorprüfung der Arbeitsuchenden”, meint Weber. Er befasst sich intensiv mit seinen Kunden, trainiert mit ihnen Bewerbungsgespräche vor laufender Videokamera und unterstützt sie bei der Erstellung ihrer Bewerbungsunterlagen. „Aus Zeitungsberichten wissen wir ja, dass die bei der Arbeitsagentur überlastet sind. Da kann man sich ja ausrechnen, wieviel Zeit denen bleibt, jemanden zu vermitteln.” Er wird übrigens nur im Erfolgsfall bezahlt.
Bei Trilux hat Weber Industriekaufmann gelernt, später in Paderborn Wirtschaftswissenschaften studiert und sich auch auf den Gebieten Management und Controlling weitergebildet. Zuletzt war er bei einem Garten- und Landschaftsbauunternehmen beschäftigt, unter anderem in der Personalverwaltung. Dort hat er erkannt, dass sein neues „Handwerk” goldenen Boden hat. „Ich bin davon überzeugt, dass es genügend Leute gibt, die arbeiten können und auch arbeiten wollen.”